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Dr. Gerda Basse Prozessbeginn zum Blutbad mit Messer

Verantwortlicher Autor: Klaus Posser Leer / Ostfriesland, 04.05.2017, 20:32 Uhr
Presse-Ressort von: Klaus Posser Bericht 8146x gelesen
 Galerie-Cafés von G. Basse in Bingum
Galerie-Cafés von G. Basse in Bingum  Bild: Posser Media

Leer / Ostfriesland [ENA] Wird der Fall um die Millionärin aus Leer nun aufgeklärt? Der Angeklagte schweigt am ersten Verhandlungstag in Aurich. Es könnte ein kniffliger Prozess werden. Christian I., der seit November 2016 in Untersuchungshaft sitzt, bestreitet die Tötung. Das Gericht muss sich an Indizien orientieren.

Richter Daniel Hunsmann hat bisher 32 Verhandlungstage bis November terminiert. Am Abend des 22. Oktober lud G. Basse Freunde zum „Snirtje“-Essen ein, ein Ostfriesisches Gericht, aus gebratenen Fleischstücken vom frisch geschlachteten Schwein. Gegen 23 Uhr, so die Staatsanwältin, gingen die letzten Gäste und übrig blieben nur die beiden. Im weiteren Verlauf des Abends wird es dann wohl zum Streit gekommen sein, wobei Frau Basse einen Messerstich abbekam und Ihr dann die linke Halsschlagader durchtrennt wurde, anschließend wurde Sie auf dem Boden befindend noch mit Barhokerschlägen malträtiert. Der Täter muss förmlichen in einem Blutbad gestanden haben.

„Das Gericht geht von einem durchaus schwierigen und langwierigen Prozess aus“, sagte Gerichtssprecher Wolfgang Gronewold. „Es werden viele Zeugen gehört.“ Welche Rolle der Alkohol beim tödlichen Streit genau gespielt hat, soll ein psychiatrisches Gutachten klären. Auch das Motiv ist unklar. Für einen heimtückisch geplanten Mord, etwa aus finanziellen Gründen, fehlen offenbar die Beweise. Deshalb plädiert die Staatsanwaltschaft nur auf Totschlag. Bei einer Verurteilung drohen Christian I. 5 bis 15 Jahre Gefängnis. Im Prozess wird der Angeklagte durch seinen Pflichtverteidiger Ben Bartholdy aus Westerstede vertreten. Christian I. bestreitet von Anfang an G. Basse getötet zu haben, gibt jedoch zu ihre Leiche beseitigt zu haben.

Für das Beseitigen einer Leiche machte sich Christian I. im Internet schlau. Geklärt scheint auch, wie die Leiche der Millionärin zum späteren Fundort kam. Am 26. Oktober 2016 fuhr Christian I. mit Basses grauem Jaguar von Leer Richtung Hamburg. Das Fahrzeug wurde dann an einer Tankstelle am Oldenburger Westkreuz gesehen. Christian I. gibt auch später bei der Polizei an, die Leiche transportiert und an der A1 zwischen Bremen und Hamburg versteckt zu haben. Doch das ist nicht ganz richtig. Die Leiche von Gerda Basse wird Anfang März 2017 von Spaziergängern in der Gemeinde Seevetal in der Nähe der A7 Richtung Hannover gefunden. Hinter dem Ort Holtorfsloh, Richtung Friedhof.

Der Wald ist dort sehr dicht, der Weg holprig und voller Schlaglöcher. Einige hundert Meter weiter versteckte er die Leiche unter Grünabfällen, Ästen und Blättern auf einer Waldwiese. Wo sich die Leiche von Gerda Basse zwischen dem 22. und 26. Oktober befunden hatte ist noch unklar, eventuell in ihrem eigenen Auto? Im Umfeld von Frau Basse ist bekannt, dass es bei Ihr durch dem seit Jahren häufigem und übermäßigen Alkoholkonsum, zu Streitereien und auch Handgreiflichkeiten mit Gästen und Bekanten gekommen ist. Bekannt ist hier auch mittlerweile, dass sich Christian I. immer gern vermögende Frauen aussuchte um so sein Leben angenehmer zu gestalten.

Auch der Droge Kokain war Christian I. nicht abgeneigt. Gerda B. war dagegen ein Feind von Drogen. Ist es vielleicht auch dadurch zum Streit gekommen, stand der Angeklagte unter Drogen? Hier in Leer hatte I. auch schnell Kontakte zur Drogenszene gefunden. Von Ibiza, wo Christian I. in den letzten Jahren lebte, soll er wohl eher geflüchtet sein, weil er durch den Konsum einige Schulden in der Drogenszene hatte. Für diesen „Umzug“ nach Deutschland wandte er sich an eine Urlauberin aus NRW und leihte sich von dieser das Geld hier für. Auch diese berichtete das Christian I. sich an Sie heran machen wollte.

Der Bruder Dieter B., der in Emden lebt, hatte mit dem Verkauf der Immobilien begonnen, als das Schicksal seiner Schwester noch unklar war. Das irritierte nicht nur die Staatsanwaltschaft und Ermittler, sondern auch die Bekannten und Freunde von Frau Basse. Im Prozess ist er Nebenkläger, fehlte aber zum Auftakt. „Aus persönlichen Gründen“, sagt sein Anwalt Alexander Schwenen. Bekannte und Freunde von Frau Basse wussten, Frau Basse wollte auf gar keinen Fall, dass nach ihrem Tod ihr Bruder jemals von ihrem Vermögen profitiert.

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