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Dr. Gerda Basse tot

Verantwortlicher Autor: Klaus Posser Leer / Ostfriesland, 17.11.2016, 08:23 Uhr
Presse-Ressort von: Klaus Posser Bericht 16967x gelesen
Dr. Gerda Basse vor ihrem Galerie-Café in Bingum
Dr. Gerda Basse vor ihrem Galerie-Café in Bingum  Bild: Privat

Leer / Ostfriesland [ENA] Die millionenschwere Galeristin, Immobilienbesitzerin in Hamburg und Leer/Ostfriesland wird seit Mittwoch den 26.10. vermisst. Die 66-Jährige Millionärin wurde wohl ermordet. Sie wollte wegen eines Immobiliengeschäftes mit einem Bekannten, von Leer an jenem Vormittag nach Hamburg.

Frau Dr. Basse erschien dann aber nicht zu ihrem Termin in der Keplerstraße. Der graue Jaguar von Gerda B. mit Leeraner Kennzeichen wurde am Donnerstag, den 3. November, in Hamburg-Ottensen auf dem Hof ihres teilweise ausgebauten Fabrikgebäudes der ehemaligen Maschinenbaufabrik „Wilma Werk“ in der Keplerstraße aufgefunden, wo auch Tine Wittler (bekannt aus dem RTL-Format „Einsatz in 4 Wänden“) eine Wohnung angemietet hatte. Das Tor zur Einfahrt konnte Gerda B. schon seit längerem nicht mehr alleine öffnen. Staatsanwaltschaft und Polizei gingen da schon davon aus, dass die 66-Jährige Opfer einer Straftat wurde.

Der 55-Jährige mutmaßliche Täter, der von der Polizei am Freitag, den 11.11.2016 gegen 19:15 Uhr in ihrer Villa festgenommen wurde, ist nach Ansicht und Spurenlage der Polizei der Täter. Haftbefehl erging dann auch am späten Samstagnachmittag durch den Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Leer. Nach eigenen Recherchen handelt es sich bei der Person um den zuletzt auf Ibiza lebenden „Christian I.“ der sich einige Wochen vor der Tat mit Gerda Basse angefreundet hatte und dort die Loftetage in ihrer Villa bezog.

Gegenüber den Ermittlungsbeamten gestand er beim „Galerie-Café“ in Bingum den Leichnam von Gerda Basse in ihren Jaguar gelegt zu haben und ihn anschließend auf einer Fahrt von Bingum nach Hamburg in der Nähe der Autobahn zwischen Bremen und Hamburg, an einem Waldrand unter Reisig-zweigen versteckt zu haben. Eine Tötungshandlung stritt er ab. Der mutmaßliche Täter, der die ganze Zeit in der Villa von G. Basse wohnte, wurde von der Polizei schon am Tag nach der Vermisstenanzeige aufgesucht um ihn zu befragen. Dabei hat sich raus gestellt, das ein Haftbefehl wegen einer Geldschuld besteht und er wurde nach Zahlung, wiederum von einer gutsituierten Dame auch aus Hamburg, wieder auf freien Fuß gesetzt.

„Wir denken alle möglichen Szenarien durch und können nichts ausschließen“. Die Ermittlungen werden in Leer koordiniert. Die Hamburger Kripo wurde um Amtshilfe gebeten, wo es „umfangreiche Suchmaßnahmen“ gegeben hat, so die Polizeisprecherin Sina Butke. Bei der Suche im Bereich Leer/Bingum waren ein Hubschrauber, Personensuchhunde und Feuerwehrleute im Einsatz. „Nun geht es ins Besondere auch darum die Leiche von Frau Dr. Basse zu finden“ wurde von Oberstaatsanwältin Katja Paulke bei der Pressekonferenz am Montagmittag im Leeraner Polizeipräsidium verkündet. Das LKA und das 5. Kommissariat hat die Mordkommission „Villa“ gegründet.

Frau Dr. Gerda Basse war eine schillernde Persönlichkeit, die schon häufig in der Öffentlichkeit stand. In den Schlagzeilen berichtete man unter anderem über ihr Vorhaben das damals von Linksautonomen besetzte Kulturzentrum „Rote Flora“ im Hamburger Schanzenviertel zu kaufen. Dieses Vorhaben scheiterte ebenso wie ihr langjähriger Versuch, das Kulturzentrum „Zollhaus“ in Leer zu erwerben. Die Immobilien in Hamburg kaufte G. Basse gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Sport-Promoter und Golfprofi Heiner Mier.

In der Großstraße in Leer betrieb G. Basse eine Galerie und vermietet in dieser Villa, Zimmer und Apartments, in Jemgum den „Jemgumer Hof“ mit Zimmervermietung, ein Galerie-Café in Bingum, welches die Polizei mit gelben Banderolen amtlich versiegelte. Frau Basse hatte außer einen Bruder, der in Emden wohnt, keine weiteren Verwandten. Gerda B. war Brillenträgerin, etwa 1,70 Meter groß und von untersetzter Statur. Sie hatte mittellanges, graues Haar. Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war sie mit einer beigefarbenen Jacke, einer rosafarbenen Hose und rosafarbenen Schuhen bekleidet. Unter der Jacke trug sie ein gestricktes Oberteil, außerdem eine Halskette und ein Armband mit der Abbildung eines Delfins.

Wer Angaben zu ihrem Aufenthaltsort oder den Umständen ihres Verschwindens mache kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 04 91/97 69 00 mit der Polizei in Leer, oder in Hamburg 040/42865-6789 in Verbindung zu setzen. Besonderen Wert legt die Polizei auf Auskünfte wer den auffälligen grauen Jaguar mit dem Leeraner Kennzeichen nach dem 26.10.2016 gesehen hat. Die ganze Pressekonferenz in Leer finden sie unter diesem Link: https://www.periscope.tv/Polizei_LER_EMD/1DXxyoYnMYdGM

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